Lehrgang: Authentisch lehren, Begegnung ermöglichen.

Ein Lehrgang der Weitblickgesellschaft zur Förderung der Gesundheit, beruflichen Zufriedenheit und Professionalität von LehrerInnen durch die vertiefte Auseinandersetzung mit den Grundhaltungen und Grundannahmen existenzieller Pädagogik. Diese Weiterbildung stellt ein Angebot an PädagogInnen aller Schulstufen und -formen dar.

Keywords:

Existenzielle Pädagogik, Beziehungskompetenz, schulische Gesundheitsförderung, Lehrerinnengesundheit, Professionalisierung

Ausgangssituation

  • Im Bereich der psychischen Gesundheit zeigt sich die Belastung von österreichischen PädagogInnen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung überdurchschnittlich hoch. Zukünftig zeichnet sich eine weitere Verschärfung dieser Belastungssituation ab (Hofmann, 2013).
  • 20% der Lehrkräfte leiden an einer behandlungsbedürftigen stressbedingten Gesundheitsstörung (Bauer et al., 2007).

Lösungsansatz

  • Stärkste Schutzfaktoren für stressbedingte Gesundheitsbelastungen bei LehrerInnen stellen tragfähige Beziehungen und soziale Unterstützung dar (Werner & Smith, 2001). In diesem Sinne widmet sich dieser Lehrgang ganz dem menschlichen Miteinander und fördert die Fähigkeit zur konstruktiven Beziehungsgestaltung auf Basis der existenziellen Pädagogik.
  • Neben einer vertieften Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis der eigenen pädagogischen Haltung und ihrer Rückwirkung auf das pädagogische Geschehen wird in dieser Weiterbildung ein differenziertes psychologisches Verständnis vermittelt, Menschen in ihrer Einzigartigkeit, ihren Möglichkeiten, ihrem Verhalten und ihren Absichten zu verstehen. Diese Fähigkeit, den Menschen in seinem Wesen und seiner Eigenart zu sehen, gibt Sicherheit in der Führung pädagogischer Prozesse und erleichtert eine konstruktive Beziehungsgestaltung zu SchülerInnen, KollegInnen und Eltern. Dies hilft besonders dann, wenn es darum geht, den Einzelnen in seiner Potenzialität zu fördern oder einen Zugang zum Menschen zu finden, wenn mit dessen auffälligen Verhaltensweisen umzugehen ist.

Das Projekt

  • Entwicklung eines berufsbegleitenden Lehrgangs (Umfang: 6 ECTS-Punkte, Dauer: 2 Semester) zur Vermittlung der Grundannahmen und Grundhaltungen existenzieller Pädagogik (siehe Informationsfolder).
  • Durchführung eines ersten Lehrgangs in Kooperation mit der PH Vorarlberg unter der Leitung von Dr. paed. Christoph Kolbe.
  • Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation im Rahmen einer Dissertation an der Universität Innsbruck.

Die Effekte

  • Kurzfristig (Output): Stärkung der pädagogischen Professionalität im Sinne des EPIK-Domänenmodells (siehe Schrittesser, 2011)
  • Mittelfristig (Outcome): erhöhte berufliche Zufriedenheit
  • Langfristig (Impact): Reduktion stressbedingter Gesundheitsstörungen
Mag. Daniel Scheyer

Ansprechpartner

Mag. Daniel Scheyer

Kooperationspartner

Pädagogische Hochschule Vorarlberg
Pädagogische Hochschule Vorarlberg

Literaturverzeichnis

  • Bauer, J. et al (2007). Working conditions, adverse events, and mental health problems in a sample of 949 German teachers. International Archives of Enviromental and Occupational Health, 80, S.442-449

  • Obsuth I. et al (2016). A Non-bipartite Propensity Score Analysis oft he Effects of Teacher-Student Relationships on Adolescent Problem an Prosocial Behavior. Journal of Youth and Adolescence (Juni 2016).

  • Hattie, J. (2014). Lernen sichtbar machen für Lehrpersonen: Überarbeitete deutschsprachige Ausgabe von "Visible Learning for Teachers". Schneider Verlag: Hohengehren, Baltmannsweiler

  • Hofmann, F. & Felder-Puig, R. (2013). HBSC Factsheet. Gesundheitszustand und –verhalten österreichischer Lehrkräfte: Ergebnisse der Lehrer/innen-Gesundheitsbefragung 2010. Wien: Bundesministerium für Gesundheit.

  • Werner, E. & Smith, R. (2001). Journeys from Childhood to Midlife. Risk, Resilience and Recovery. New York: Cornell.

  • Schrittesser, I. & Schratz, M. & Paseka, A (2011). Pädagogische Professionalität: quer denken - umdenken - neu denken. Impulse für next practice im Lehrerberuf. Facultas: Wien.

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