Weitblick Bildungsforum: Mensch Lehrer!

Über die Lücke zwischen Mensch und Pisa: „Was macht das gegenwärtige Bildungssystem mit dem Menschen?“ Dieser Frage stellen wir uns in diesem zweitägigen Bildungsforum. Wir möchten allen AkteurInnen im Bildungssystem Orientierung bieten und bitten deshalb ExpertInnen aus dem deutschsprachigen Raum ans Rednerpult. In den anschließenden Kamingesprächen können Sie die Möglichkeit nützen, zu reflektieren, diskutieren und gemeinsame Lösungsstrategien entstehen zu lassen.

Keywords:

Bildungssystem, psychische Gesundheit, Heterogenität, Migrationsforschung , Prof. Dr. Franz Schultheis, Dr. Andreas W. Fischer, Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden

Vortrags- und Diskussionsthemen

Prof. Dr. Franz Schultheis
Funktionslogik(en) des Bildungssystems

Die LehrerInnen befinden sich in einem sozialen Spannungsfeld zwischen Erwartungen von Eltern, SchülerInnen und Kollegen auf der einen sowie Forderungen aus Politik und Wirtschaft auf der anderen Seite. Auf dieses Machtgefüge wollen wir einen kritischen Blick werfen und aktuelle Einflussfaktoren in unserem Bildungswesen offenlegen. Die Leitfrage „Was macht das gegenwärtige Bildungssystem mit dem Menschen?“ soll sowohl in Hinblick auf die LehrerInnen und SchülerInnen, als auch auf die Gesellschaft und ihre soziale Reproduktion, beantwortet werden.

Dr. Andreas W. Fischer
LehrerInnengesundheit erhalten und stärken

Gute psychische Gesundheit findet nicht nur im persönlichen Wohlbefinden von Lehrerinnen und Lehrern ihren Ausdruck, sondern ist auch Voraussetzung für eine hohe Qualität des Unterrichts und reges schulisches Leben. Auf der Grundlage der Potsdamer Lehrerstudie entwickelten Prof. Dr. Uwe Schaarschmidt und Dr. Andreas W. Fischer das Unterstützungprogramm Denkanstöße! für Kollegium und Schulleitung. Es zielt darauf ab, dem Einzelnen eine intensive Auseinandersetzung mit der persönlichen und der schulischen Situation zu ermöglichen und die konkreten schulischen Verhältnisse zu gestalten. Dieser Vortrag soll zeigen, welche Möglichkeiten für die Stärkung der Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer in der Schule bestehen.

Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden
Umgang mit Heterogenität

Wir haben es gegenwärtig in Österreich wie in Deutschland mit Bildungseinrichtungen und pädagogischen Kontexten zu tun, die in hohem Maße und zunehmend durch soziale, kulturelle und sprachliche ‚Heterogenität‘ gekennzeichnet sind. Bedingt durch die jüngsten Entwicklungen der weltweiten Fluchtbewegungen, sind die Aufgaben, die sich für die pädagogischen Verantwortlichen ergeben, jetzt und auch in Zukunft noch herausfordernder und vielfältiger. Auf dem Hintergrund aktueller wissenschaftlicher Befunde zum Thema ‚Heterogenität und Bildung‘ geht es um die Frage, wie wir einen positiven und ressourcenorientierten Zugang zu dem Phänomen ‚Heterogenität‘ erlangen und diese Haltung im pädagogischen Alltag umsetzen können. Dabei sollen die Herausforderungen für beide Seiten,  SchülerInnen und LehrerInnen, betrachtet werden.

Über die Vortragenden

Prof. Dr. Franz Schultheis ist Dekan der School of Humanities and Social Sciences der Universität St. Gallen, wo er auch eine Professur für Soziologie innehat. Er schrieb seine Habilitation bei Pierre Bourdieu an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (Paris) und lehrte seitdem an zahlreichen Universitäten in Frankreich, Kanada und der Schweiz. Seine Forschungsschwerpunkte sind das Verhältnis von Kunst und Kapital, Kritische Theorie und die Auswirkungen des Neoliberalismus auf die Arbeitswelt.

Dr. Andreas W. Fischer ist freiberuflich tätiger Arbeitspsychologe mit den Schwerpunkten Beanspruchungsanalyse, Begleitung von Maßnahmen der Arbeits- und Organisationsgestaltung (insbesondere unter Gesundheitsaspekt) sowie Ausbildung und Beratung von Führungskräften. Gemeinsam mit Uwe Schaarschmidt hat er das psychologische Institut Coping (in Wampersdorf bei Wien) gegründet und das Förderprogramm Denkanstöße! für Schulen entwickelt, das die Entwicklung der Lehrergesundheit zum Ziel hat.

Prof. Dr. Leonie Herwartz-Emden ist Universitätsprofessorin i.R. für Pädagogik der Kindheit und Jugend an der Universität Augsburg. Ihre Lehr- und Forschungstätigkeit hat den Schwerpunkt auf der interkulturellen Sozialisation von Kindheit und Jugend sowie der Migrationsforschung und interkulturellen Pädagogik.  Sie war verantwortlich für die Entwicklung eines Lehrangebotes für ‚Interkulturelle Pädagogik‘ mit  Schwerpunktsetzung „Heterogenität“.  Sie war maßgeblich beteiligt an dem Aufbau und betraut mit der Leitung des „Zentrums für Lehrer(innen)bildung und interdisziplinäre Bildungsforschung“ an der Universität Augsburg und hat in diesem Kontext verschiedene Forschungsprojekte zum Thema: ‚Heterogenität und Bildungserfolg‘ entwickelt und durchgeführt.

Wann, wo, wer, was

ACHTUNG: TERMINVERLEGUNG INS FRÜHJAHR 2018 (Das genaue Datum wird noch bekannt gegeben)

Bildungshaus St. Arbogast,
Montfortstraße 88
A-6840 Götzis

Tag 1 ab 13:30 Vorträge und Diskussion
12:30 Ankommen, Kennenlernen, kleine Stärkung, Begrüßung
13:00 Vortrag Schultheis, Diskussion, kleine Pause (30 min)
15:30 Vortrag Fischer, Diskussion, kleine Pause (30 min)
17:30 Vortrag Herwartz-Emden/ Diskussion
19:00 Buffet und Ausklang

Tag 2 ab 09:30 Kamingespräche mit den ReferentInnen
09:30 bis 12:30 Workshops, Lösungsstrategien, Diskussion

Kostenbeitrag:
Freitag: alle Vorträge inkl. Buffet € 20,–
Samstag: Kamingespräche und Workshops € 30,–
Beide Tage im Kombitarif € 40,–

Anmeldung:
info@mitweitblick.org
+43 664 882 477 36

Matthias Mittelberger

Ansprechpartner

Matthias Mittelberger

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