Psychotherapeutische Versorgung traumatisierter Kriegs- und Folterüberlebender

Zur Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung von Kriegs- und Folterüberlebenden in Vorarlberg gründet die Weitblickgesellschaft eine Expertenplattform. Ziel dieser Plattform ist der Ausbau und die bessere Vernetzung bereits bestehender Angebote in diesen Bereich.

Keywords:

Psychotraumatologie, PTBS, PTSD, Flüchtlinge, Kriegsüberlebende, Folterüberlebende

Ausgangssituation

Entsprechend einer Mitteilung der deutschen Bundespsychotherapeutenkammer (Juni 2015) leiden mindestens 50% aller Menschen, die zu uns geflüchtet sind, an einer psychischen Störung. Die häufigsten Störungsbilder sind Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) und  Depressionen.

Lösungsansatz

Integrationsmaßnahmen wie Spracherwerb oder Eingliederung in den Arbeitsmarkt können nur dann nachhaltig wirken, wenn ein ausreichendes Maß an psychischer Stabilität vorhanden ist. Die Vernetzung und der Ausbau gesundheitsbezogener Angebote für geflüchtete Menschen sind daher dringend notwendig. Zugewanderte Menschen ohne Kenntnisse der Landessprache haben derzeit kaum oder nur erschwert Zugang zum psychotherapeutischen Setting im ambulanten, wie im stationären Bereich – auch in Vorarlberg. Falsch oder spät behandelte PatientInnen verursachen allerdings dem Staat ungleich höhere Kosten. Psychotherapie trägt zur Radikalisierungsprävention bei, indem geflüchteten Menschen Perspektiven und neue Wege zur gesellschaftlichen Teilnahme eröffnet werden. Die Frage der Menschenrechte und -würde, wie wir als Gesellschaft mit Kriegs- und Folterüberlebenden umgehen, beantworten wir sozusagen mit unserem Tun.

Das Projekt

Die Weitblickgesellschaft gründet eine Expertenplattform zur Verbesserung psychotherapeutischen Versorgung psychisch kranker MigrantInnen. Aufgaben dieser Plattform sind u.a. die Vernetzung von bestehenden Angeboten zur Optimierung der Gesundheitsversorgung, schnellerer Zugang zu psychotherapeutischer Versorgung, Ausbau des bestehenden Angebots (z. B. durch therapeutische Gruppenangebote), Professionalisierung der im Feld Tätigen durch Weiterbildungs- und Supervisionsangebote, Bewusstseinsbildung durch öffentliche Veranstaltungen (Symposia, Vorträge etc.)

Die Ziele

Direkte Ergebnisse (Output): Gründung einer Expertenplattform, Bereitstellung von Expertise (v.a. durch Weiterbildungsprogramme), Vernetzung und Ausbau bestehender Angebote, Schaffung einer zentralen Anlaufstelle zur Versorgung psychisch kranker MigrantInnen.

Mittelfristige Ergebnisse (Outcome): Optimierung und Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung psychisch kranker MigrantInnen.

Langfristige Ergebnisse (Impact): Reduktion der Folgekosten durch zu spät oder falsch behandelte PatientInnen

 

 

Mag. Daniel Scheyer

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Mag. Daniel Scheyer

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